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Panama Proteste - Wie geht es weiter?

Die perfekte Welle - wie alles begann

Wir erleben derzeit eine in den letzten Jahrzehnten nicht dagewesene Protestwelle. Für mich überraschend, hätte das Volk doch 2020 allen Grund gehabt, gegen den Lockdown zu protestieren und damit gegen die Verweigerung des Rechts, ihren Lebensunterhalt selbst zu verdienen. Aber ich konnte nur Schafe sehen die sich ängstlich vor einem Virus in ihren Wohnungen versteckten. 

Offensichtlich kam es auch für die Regierung Panamas überraschend, gibt es doch jedes Jahr immer mal wieder eine Handvoll Ngäbe-Indianer in Chiriquí oder Suntracs-Baugewerkschafter in Panamastadt, welche sich mit handgemalten Plakaten auf eine Hauptverkehrsstrasse stellen und für ein paar Stunden den Verkehr blockieren. Spätestens wenn sich der Mittagshunger ankündigt, verschwinden sie in der Regel wieder bis zu einer neuen Gelegenheit.  

 

Wer Panama nicht kennt, sollte folgendes verstehen: Während man in der Hauptstadt problemlos über Parallelstrassen sein Ziel erreicht, wenn mal eine Strasse blockiert ist, führt der Weg in die einzelnen Provinzen des Landes über eine einzige "Lebensader", die Autobahn "Interamericana". Panama ist zwar über 1000 km "breit" aber nur 70-80 km "hoch" und die Hälfte dieser "Höhe" wird durch eine Bergkette getrennt. Daher haben Tanklaster und Versorgungs LKW nur diese eine Autobahn, um die Provinzen zu versorgen. Wenn eine Regierung diese Lebensader nicht schützt, dann entweder weil hier alle friedlich sind und jeder Jeden kennt, oder weil - wie im jetzigen Fall - die Situation aus dem Ruder gelaufen ist. 

 

Wie in all den Jahren üblich, wurde die Blockade der Interamericana vor David (Chiriquí) vor rund 2 Wochen vom Staatsapparat nicht ernst genommen.

Aber: Offensichtlich sollte dieZeit für den Beginn einer landesweiten Protestwelle gekommen sein. Plötzlich war es das Thema täglicher Berichterstattung in den Massenmedien. Immer mehr Player machten auf sich aufmerksam und forderten nicht nur eine Senkung der hohen Preise, sondern auch die typischen unerfüllten und nicht greifbaren Wahlversprechen wie "Schluss mit der Korruption", "keine Privilegien mehr für Politiker" und "mehr Geld für Bildung". In der Provinz Chriquí ging durch die Blockaden das Benzin aus und in anderen Provinzen die Zwiebeln und mehr.

 

Was kommt: Der Versuch einer Chartanalyse

Für mich zeichnet sich eine Dynamik ab, welche man mit einem Börsenchart vergleichen kann. Wer sich mit Börse beschäftigt weiss: Ungeachtet der fundamentalen Daten gibt es stabile Aufwärtstrends und Abwärtstrends. Hört man die täglichen Börsen"nach"richten, so werden die Fundamentals eigentlich immer "nach"geliefert und sind selten die Ursache. Psychologie und Manipulation spielen eine viel grössere Rolle. 

Wer verstanden hat, dass die NGO's und die Massenmedien in der Hierarchie weit über den Regierungsdarstellern eines Landes stehen, kann auch in der jetzigen Situation erahnen, wohin die Reise gehen könnte. Einfach die Berichterstattung mit der Realität vergleichen, und das grosse Bild wird klar. Das grosse Bild zeichnet eine weiter ansteigende Protestkurve, wir werden unschöne Höhepunkte sehen, und der Abwärtstrend wird erst einsetzen wenn Präsident und Regierung zurücktreten. Wie komme ich zu dieser Einschätzung?

 

Welche Zeitung hat berichtet, als vor einem Jahr in Panamastadt Impfgegner auf die Strasse gegangen sind? Keine einzige. Als vor Corona Tausende gegen die Anerkennung der gleichgeschlechtliche Ehe auf die Strasse gingen? Das war bestenfalls eine Randnotiz. Ganz anders dagegen die aktuelle Berichterstattung: Jede noch so kleine Protestgruppe wird stundenlang im TV gezeigt, die allgemeine Unzufriedenheit über die hohen Preise täglich in allen Facetten ausgebreitet und die Korruption als Ursache kolportiert, der man endlich ein Ende setzen müsse.

 

Das individuelle Unzufriedenheitsgefühl vieler Menschen mit den steigenden Preisen wurde daher zu einer kollektiven Erregung gesteigert. Zunächst agierten die einzelnen Grüppchen unabhängig, es war unmöglich, einen Verhandlungspartner zu finden, der alle repräsentierte. Lokal erzielte Verhandlungsergebnisse wurden von anderen Gruppen abgelehnt, das Ziel scheint zunächst die Eskalation zu sein. Für die Strippenzieher ein Ehrgeiz, für die Animierten ein Rausch, die aktuelle Welle weiterzusurfen, bis der Adrenalinkick zur Besinnung führt.

 

In der allgemeinen Bevölkerung konnte ich vor wenigen Tagen noch grosse Zustimmung zu dem Mittel der friedlichen Strassenblockade vernehmen. Es sei der einzige Weg, dass die Regierung überhaupt zuhört. Die Panamaer haben eigentlich kein Revolutionsblut. Sie sind im Grunde genommen sehr freundliche und friedliche Menschen. Und diejenigen, welche die Strassenblockaden nicht gut fanden, haben diese Provokationen doch mit grosser Lethargie ertragen, ungeachtet der Schäden, welche der Wirtschaft und denjenigen entstehen, die einfach nur ihrer Arbeit nachgehen wollen. 

 

Mittlerweile wandelt sich zwar die Einstellung: Die Agrarproduzenten wollen einfach nur wieder produzieren und liefern anstatt zu blockieren und wegzuwerfen. Auch die Ngäbe-Indianer riefen ihre eigenen Landsleute auf, die Blockade aufzuheben, weil ihnen die Nahrungsmittel und Medikamente ausgingen. Mittlerweile schämt sich der Mittelstand über die Auswirkungen und die Bilder welche im Ausland von ihrem schönen Panama produziert werden.  

 

Und dennoch: Solange die mediale Berichterstattung sich nicht auf die Schäden der Blockaden konzentriert sondern eine allgemeine Proteststimmung verbreitet, kann sich die Situation nicht entspannen sondern wird einem oder mehreren unschönen Höhepunkten zusteuern, bis das Ziel erreicht ist. Wessen Ziel und welches? 

 

 

Verschwörungstheorien und Tatsachen

Der Präsident Panamas kam am vergangenen Mittwoch selbst mit folgender Verschwörungstheorie an die Medien: Politikerkollegen hätten die Protestbewegung infiltriert, um seine Regierung in Misskredit zu bringen. Da kann was dran sein. Verschwörungen waren zu allen Zeiten in der Politik üblich.

 

Es gibt weitere Spekulationen, wer die Strippenzieher hinter den Protesten sein könnten: Eine besagt, dass die USA (nicht Sleepy-Joe sondern der Deep-State)  Interesse an einer Eskalation hätten, um den Panamakanal zu übernehmen und fortan als Waffe im Sanktionsarsenal gegen Russland und China einzusetzen. Ausserdem hätte man ein riesiges Ölfeld unter Darien gefunden. Was würde dies für uns Deutsche in Panama bedeuten? Panama würde seinen neutralen Status verlieren. Ansonsten wäre es ein Garant für relative Sicherheit und Freiheit.

 

Betrachten wir auch das grosse Bild: Der hellsichtige Klaus Schwab hat weltweite Proteste vorausgesagt ("The Great Reset"), und tatsächlich kommen in einem Land nach dem anderen Bauernproteste, Umweltproteste, Inflationsproteste etc. auf und destabilisieren die Gesellschaften auf dem Weg zur Besitzlosigkeit. Erst eine Zeit des Chaos, in der sich womöglich die Rücksichtslosesten durchsetzen, macht die Bevölkerung bereit für eine NWO-Diktatur - Hauptsache Schutz und Berechenbarkeit. Ich persönlich glaube nicht, dass die NWO komplett umgesetzt werden kann. Ausgehend von den Novemberwahlen in den USA wird sich das Blatt drehen. Aber zumindest sollte diese Theorie als eine der treibenden Kräfte hinter den Protesten erwähnt werden, zumal die Kaste der Professoren und Lehrer in Panama, welche ominöse 6% des BIP für die Verbildung reklamiert, zu einem Grossteil der Eskalation beigetragen, Einigungen mit der Regierung bisher verhindert und sogar unterschriebene Einigungen medienwirksam zerrissen hat.

 

Abgesehen aller Theorien soll die Tatsache nicht unerwähnt bleiben, dass es in Panama unermessliche Unterschiede zwischen Arm und Reich gibt und aufgrund der Coronamassnahmen viele ihre sichere Arbeit verloren haben. Der von der Regierung Panamas bereitgestellte "Bono Solidario" von $120 pro Kopf trägt leider nicht bei allen dazu bei, aktiv nach neuen Erwerbsmöglichkeiten Ausschau zu halten sondern macht einige anfällig für kommunistische Ideen der Vollversorgung durch den Staat.

 

 

Wie als Ausländer mit der Situation umgehen?

Kurzfristig: Es wird noch ein paar Wochen weitergehen. Am besten die Zeit aussitzen und die allgemein gültigen Vorsorgemassnahmen treffen, welche zum Beispiel die Schweizer bis zur Perfektion betreiben um Blackout und sonstige unvorhergesehen Dinge zu überbrücken: Vorräte anlegen für 2-4 Wochen autarkes Leben, das Auto immer möglichst vollgetankt haben und sich vernetzen. Unnötige Fahrten in andere Provinzen vermeiden, so lange Strassenblockaden angesagt sind. Wer dennoch reisen muss, immer Wasser und Snacks im Auto haben, um auch mal längere Zeit im Stau überbrücken zu können. Und nicht zuletzt: Positiv denken. Rückwirkend betrachtet, ist die jetzige Welle nur eine kleine Episode in der Geschichte des schönen Landes. Polit-Darsteller kommen und gehen, das ist der Lauf der Zeit.

 

Langfristig: Wie gesagt, die Panamaer sind friedliche Leute und vor allem uns Europäern gegenüber sehr aufgeschlossen. Sobald eine einheitliche Opposition gebildet, sich deren Führer profiliert hat und Regierungs-(Mit-)verantwortung übernimmt, kommen die Proteste zum Stillstand. Die Luft ist dann raus. Und keine Angst: Mit den ungewohnten Aufgaben des Regierens konfrontiert, verwirklichen die Neuen ihre Ziele selten vollständig. Panama wird kein zweites Venezuela. Geld regiert die Welt und in fast keinem Land der Welt ist soviel Kapital auf so kleinem Raum konzentriert und diese Leute werden ihre Interessen wahren. Panama hat schon strategisch gesehen wesentliche Vorteile gegenüber den meisten anderen Ländern, welche uns Ausländern garantieren, freier und unter dem Radar unser Leben zu leben. Siehe dazu den Blogbeitrag "Panama - Eine Insel im Great Reset?"

Für Kurzmitteilungen:

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